Personalentwicklung

Employer Branding

Begriff und Zielsetzung

  • Employer Branding ist die Positionierung eines Unternehmens bei den relevanten Zielgruppen des Arbeitsmarkts als “Arbeitgeber-Marke”.
  • Konzeptionell folgt Employer Branding den Methoden und Erkenntnissen modernen Marketings und adaptiert dessen Instrumentarium (z.B. Marktforschung, Zielgruppenbestimmung, Methoden-Mix).
  • Employer Branding hat die zwei Zielrichtungen
    • Erhöhung des Bekanntheitsgrads und
  • Profilierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber.
  • Erfolgreiches Employer Branding
    • gibt Antworten auf die für potentielle Mitarbeiter einzige interessante Frage: “Warum sollte ich gerade für dieses Unternehmen arbeiten?”,
    • führt zur Wahrnehmung des Unternehmens als “First-Choice-Arbeitgeber”,
    • schafft einen Imagevorsprung – auch gegenüber größeren Unternehmen – durch differenzierende, einprägsame Botschaften,
    • reduziert auf Dauer Aufwand und Kosten für die Rekrutierung von Mitarbeitern,
  • erhöht den Bekanntheitsgrad des Unternehmens nicht nur bei den Zielgruppen, sondern ganz allgemein.

    Phasenmodell

    Phase 1: Marktforschung

    • Bestimmung der relevanten Zielgruppen: fachlich, quantitativ, örtlich etc.
  • Einstellungen und Motive
  • Wettbewerbssituation
  • evtl. Erhebung des eigenen Image/Bekanntheitsgrads

    Phase 2: Interne Bestandsaufnahme

  • Soll-Ist-Vergleich Kultur, Werte, Leitlinien, z.B. Kulturanalyse
  • Stärken-Schwächen-Analyse, z.B. Mitarbeiterbefragung
  • Aufgaben und Perspektiven
  • Anreiz- und Hemmfaktoren
  • Mittelfristiger Bedarf Führungskräfte/Spezialisten

    Phase 3: Benchmarking

  • Vergleich mit Best-practise-Wettbewerbern in
    • Branchen, z.B. Automotive
  • relevanten Zielgruppen, z.B. Ingenieure

    Phase 4: Adaption

    • Definition von Verbesserungs-/Veränderungsbedarf
  • Festlegung von Prioritäten
  • Schrittweise Realisierung

    Phase 5: Kommunikationskonzept

  • Kernbotschaften
  • relevante Fakten
  • emotionale Argumente

    Phase 6: Maßnahmenplanung

  • Auswahl und Festlegung des Media-Mix, z.B. Homepage, Image-Anzeigen, Bewerberbroschüre, Jobbörsen-Auftritt, Hochschulkontakte, Bewerber-Messen und

-Kongresse, Kooperationen, Bewerbungsmanagement

Phase 7: Umsetzung

  • Kreative Umsetzung Texte/Layouts
  • Produktion eigener Medien
  • Media- und Aktivitätenplan
  • Realisierung: Schaltung, Diskussion, Teilnahme, Organisation …

    Phase 8: Qualitätssicherung

  • Erfolgskontrollen
  • Marktbeobachtung
  • Test innovativer Medien/Aktivitäten
  • Einholung von Zielgruppen-Feedback


Wichtig:

  • Das Modell stellt keinen festen zeitlichen Ablauf dar: Einzelne Aktivitäten können nur mit Input aus Vorphasen, andere unabhängig davon realisiert werden.
  • Jede Phase muss grundsätzlich durchlaufen werden. Es können aber bezüglich Inhalt, Umfang und Zeit Prioritäten gesetzt werden.

    Ansatzpunkte für Kernbotschaften

  • Geschäftserfolg, -entwicklung
  • Marktposition
  • Anwendungen High Tech
  • F&E, z.B. Entwicklungszentrum, Investitionen
  • flache Hierachie / schnelle Verantwortung
  • interessante Aufgaben/Projekte
  • Internationalität
  • Standortvorteile
  • Work-Life-Balance
  • Unternehmenskultur und -werte
  • Einkommen, Fringe Benefits
  • Förderprogramm
  • Trainingsangebot

    Best-Practise-Standards

  • Homepage mit Kulturaussagen, Karriereseiten und Stellenbörse
  • interaktives Online-Bewerbungsverfahren und Bewerbungsmanagement
  • Praktikanten- und Diplomandenprogramm
  • Aktives Hochschul-Marketing, z.B. Roadshows
  • Zielgruppen-Events, z.B. Workshops, Schnuppertage
  • Kooperation mit Professoren/Instituten
  • Kooperation mit studentischen Organisationen
  • Teilnahme an Karrieremessen
  • Permanenter Auftritt in wichtigen Jobbörsen, z.T. bedarfsunabhängig
  • Image-Anzeigen in Printmedien, z.T. auch Fach-, Studentenzeitschriften

    Mit unterschiedlicher Gewichtung werden diese 10 Instrumente von allen Marktführern auf dem – akademischen – Arbeitsmarkt eingesetzt.

    Rahmenbedingungen und Trends

  • In Deutschland werden derzeit pro Jahr 13.000 Ingenieure gesucht bei ca. 6.500 Absolventen. (Quelle: Schätzung ALCATEL)
  • Bei leicht anziehender Konjunktur und konstanter Studiengangneigung werden ab 2005 in Deutschland pro Jahr 15-20.000 Ingenieurstellen nicht besetzt werden können, mit steigender Tendenz. (Quelle: Schätzung VDI)
  • Rund 50 % der Großunternehmen haben Schwierigkeiten, bestimmte Positionen (High Potentials/Ingenieure) zu besetzen. (Quelle: Umfrage Mc Kinsey/e-fellows.net)
  • Nur 15 % der Absolventen haben während des Studiums jemals etwas über ein mittelständisches Unternehmen erfahren. (Quelle: Umfrage des Wirtschaftsmagazins “impulse”, 1.500 Studenten, 19 Unis und Fachhochschulen)
  • 80 % der Top-500-Unternehmen betreiben aktives Online-Recruiting auf der eigenen Website. (Quelle: Studie der US-Marktforschungsfirma Recruitsoft)
  • Die wichtigsten Instrumente zur Imagebildung sind Hochschulmessen, Internet-Stellenanzeigen und Aushänge/Broschüren. (Quelle: Umfrage Campus Career Network, 137 große und mittelständische Unernehmen)
  • Spätestens in 7 Jahren haben 80 % aller Erwerbstätigen ihren Lebenslauf in einer Datenbank hinterlegt. (Quelle: Prof. C. Beck, FH Konstanz)


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